Unanimous Consent

Wenn es nicht darum geht, ein konkretes Geheimnis zu verschlüsseln, sondern nur zu überprüfen, ob alle n Teilnehmer einer bestimmten Aktion zustimmen (dies wird in der Literatur als Unanimous-Consent-Problem bezeichnet), dann kann folgendes Verfahren verwendet werden:

Zur Initialisierung geben alle Teilnehmer eine beliebige Zahl, die sie frei wählen und geheim halten, als ihren Schlüssel in eine Black Box ein. Diese Black Box speichert sodann die Summe der eingegebenen Schlüssel und ist gegen Manipulationen jeglicher Art abgesichert. Wenn es darum geht, die fragliche Aktion durchzuführen, für die Übereinstimmung unter den Teilnehmern herrschen muß, dann geben alle Teilnehmer wieder ihren Schlüssel in das Gerät ein, welches sogleich die Summe berechnet und mit dem gespeicherten Wert vergleicht. Nur bei Übereinstimmung läßt sich die Aktion tätigen (Man kann sich das ganze als eine Art elektronisches Vorhängeschloß vorstellen). In der Tat setzen beispielsweise die US-Streitkräfte für kritische Kommandoaktionen, wie die Aktivierung von Abschußvorrichtungen, solche Verfahren ein.

Das besondere an dem Unanimous-Consent-Verfahren ist, daß es wegen der impliziten Natur des Geheimnisses (dieses wird erst während der Verschlüsselung erzeugt) ohne eine zentrale Stelle, zu der alle Teilnehmer Vertrauen entwickeln müssen (eine sogenannte Mutually Trusted Authority) auskommt. In Shamirs Polynominterpolationsschema hingegen muß eine solche Instanz existieren, die das Geheimnis kennt und das Polynom auswählt.


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