Technische Universität Darmstadt

Fachbereich 20 - Informatik

Betriebssyssteme

 

Prof. Dr. P. Kammerer

 

 

 

 

Seminarveranstaltung im WS 98/99:

Technische Grundlagen elektronischer Geschäftsbeziehungen

 

 

 

Thema der Arbeit:

Geld und Verträge

 

 

 

 

 

vorgelegt von:

Betreuer:

 
     

Oliver Kapaun

Matr. Nr. 24 14 32

Ulmenstraße 2

65812 Bad Soden

Adreas Berger

TU Darmstadt

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis *

    1. Einführung *

    2. Die Funktionen des Geldes *

    2.1. Möglichkeiten des Tausches *

    2.2. Der direkte Tausch und der indirekte Tausch *

    2.3. Tausch durch Verwendung eines Zwischentauschmittels *

    2.4. Nebenfunktionen des Geldes *

    3. Die Entwicklung des Geldes und seine Erscheinungsformen *

    4. Die Währung *

    4.1. Die Währungseinheit *

    4.2. Das Währungssystem *

    4.2.1. Gebundene Währungen *

    4.2.2. Die freie Währung *

    5. Geldarten und geldnahe Forderungen der heutigen Wirtschaft *

    5.1. Geldsurrogate *

    5.2. Devisen *

    5.3. Quasigeld und Geldkapital *

    5.4. Warum sind Sichtguthaben Geld ? *

    6. Einführung zum Electronic-Commerce (E-Commerce) *

    6.1. Klärung des Begriffs E-Commerce *

    6.2. Arten des E-Commerce *

    6.3. Die Funktionen des E-Commerce: *

    6.4. Vorteile des E-Commerce *

    7. Anforderungen an elektronische Zahlungssysteme *

    8. Rechtsgrundlagen *

    8.1. Rechtsgeschäfte, Verträge und Willenserklärungen *

    8.2. Das Trennungsprinzip *

    8.3. Anfechtung von Willenserklärungen *

    A. Anhang *

    A.1. Rechtsquellen *

    A.2. Geschichtsquellen zum Thema Geld *

    B. Literaturverzeichnis *

     

     

  2. Einführung

    Geld ist in der heutigen Gesellschaft sehr wichtig. Es erleichtert das Austauschen von Waren in der Gesellschaft.

    Die folgenden Kapitel geben einen Einblick zum Thema Geld und Verträge. Um die Vorgänge innerhalb einer Gesellschaft mit Geld zu regeln, bedarf es rechtlicher Grundlagen, insbesondere die des Vertragsrechts.

    Das Geld wird durch einen Teil seiner Funktionen definiert, die es in einer modernen Volkswirtschaft besitzt. Zum Beispiel ist die Hauptfunktion des Geldes die des allgemein anerkannten Tauschmittels. Eine Nebenfunktion wäre die der Wertaufbewahrung. Geld kann einige Nebenfunktionen verlieren und trotzdem Geld bleiben. In dem nachfolgenden Kapitel beschäftigen wir uns mit der Entwicklungsgeschichte des Geldes. Zu Beginn der Entwicklungsgeschichte wurden Güter ausgetauscht, die einen praktischen Nutzen hatten, z.B. Vieh und Getreide. Später nahmen Edelmetalle, wie Gold und Silber, eine besondere Stellung ein. Durch die Prägung von Münzen, deren Tauschwert höher war als ihr Materialwert, wurde ein Prozeß der Entmaterialisierung des Geldes eingeleitet. Dieser führte über das Papiergeld zum Buchgeld (auch Giralgeld). Dieses Geld existiert nur in Form von Eintragungen in Büchern einer Bank.

    Der Staat gestaltet in modernen Volkswirtschaften die Ordnung des Geldwesens. In diesem Zusammenhang ist der Begriff Währung zu klären.

    In der heutigen Wirtschaft existieren verschiedene Dokumente, z.B. Schecks, die Geldfunktionen einnehmen. Dies sind auf Geld lautende Forderungen, die aber selbst nicht zum Geld einer Volkswirtschaft zählen.

    Durch die neuen Technologien, wie Computer und Netzwerke, wird der Zahlungsverkehr weiter beschleunigt und erleichtert. Um diese Technik einsetzen zu können, bedarf es einiger Sicherheitsvorkehrungen. Im Kapitel 7 wird eine Liste von Anforderungen an elektronische Zahlungssysteme gegeben. Rahmenbedingungen für das Vertragswesen stellen die Rechtsgrundlagen dar, die im abschließenden Kapitel aufgeführt werden.

     

     

     

  3. Die Funktionen des Geldes
  4. Das Geld erfüllt verschiedene Funktionen in einer Wirtschaft. Es wird auch als Zwischentauschmittel bezeichnet. Tauschbeziehungen gehen auf die Arbeitsteilung einer Volkswirtschaft zurück. In einer Volkswirtschaft, die auf Arbeitsteilung beruht, werden nicht alle benötigten Güter von den Wirtschaftseinheiten selbst produziert. Zur Deckung des eigenen Bedarfs sind die Wirtschaftseinheiten gezwungen, mit anderen Wirtschaftseinheiten in Kontakt zu treten und mit ihnen Güter auszutauschen. Gegenstand des Tausches können Sachgüter und Dienstleitungen sein.

    1. Möglichkeiten des Tausches
    2. Die Möglichkeiten des Tausches sind der direkte Tausch, der indirekte Tausch und der Tausch durch Verwendung eines Zwischentauschmittels.

    3. Der direkte Tausch und der indirekte Tausch
    4. Beim direkten Tausch spricht man von einem Realtausch oder auch Naturaltausch. Der Realtausch stellt jedoch einige Anforderungen an beide Tauschpartner. Sie müssen beide bereit sein, den Tauschgegenstand, den sie selbst besitzen, gegen den Tauschgegenstand des anderen Tauschpartners auszutauschen. Probleme entstehen, wenn sich beide Tauschpartner hinsichtlich Beschaffenheit und/oder Menge uneinig sind. Falls eine solche doppelte Übereinstimmung der Interessen nicht gegeben ist, können die Tauschpartner den Austausch der benötigten Güter durch einen Kettentausch vornehmen. Hier befinden sich mehr als zwei Tauschpartner in der Situation, ein Gut auszutauschen. Die Voraussetzung dafür ist, daß zumindest eine von n-Personen ein Gut abgibt und eine andere dieser n-Personen dieses Gut benötigt, so daß nachher jeder für sein abgegebenes Gut ein anderes erhält, das seinen Bedarf deckt. Abbildung 1 zeigt eine solche Tauschkette.

      Abbildung 1: Tauschkette

    5. Tausch durch Verwendung eines Zwischentauschmittels
    6. Der Gütertausch kann in einer Gesellschaft durch Verwendung eines Zwischentauschmittels vereinfacht werden. Dazu muß jeder in einer Gesellschaft bereit sein, dieses Zwischentauschmittel für erbrachte Sach- oder Dienstleistungen anzunehmen. Ein solches Tauschmittel wird Geld genannt.

      Der Duden [4] definiert Geld folgendermaßen:

      " ... gelt = Zahlung , Vergütung , Einkommen , Wert ... von gelten ... geprägtes Zahlungsmittel seit dem 14 Jahrhundert ... vom Staat geprägtes oder auf Papier gedrucktes Zahlungsmittel ... "

      Das Gut, das als Zahlungsmittel dient, muß knapp sein. Knappe Güter sind Güter, die in der Natur nicht in ausreichender Menge vorhanden sind und deshalb Gegenstand des Wirtschaftens sind. Dies ist zum Beispiel Gold. Die Luft, bzw. der Sauerstoff, ist kein knappes Gut, da beide in der Natur in ausreichender Menge vorhanden sind. Güter mit dieser Eigenschaft sind für einen fairen Tausch nicht geeignet, da alle Tauschpartner in ausreichender Menge über sie verfügen können.

      Außerdem sollte das Zahlungsmittel haltbar und teilbar sein. Durch diese Eigenschaften wird der Tausch erleichtert. Es sind jedoch keine notwendigen Eigenschaften, wie das bei der Knappheit der Fall ist. Ein Tauschgut, das beispielsweise nicht beliebig haltbar ist, muß vor seinem Verderb Verwendung finden, damit der ihm inneliegende Nutzen nicht ungenutzt untergeht (z.B. Nahrung).

      Durch den Einsatz von Geld entfällt so die Suche nach einem Tauschpartner, der genau das Gut sucht, das man selbst abgeben möchte.

      Ein Gütertausch wird so in zwei unabhängige Akte, den Güterkauf und den Güterverkauf zerlegt. Diese beiden Tauschakte fallen in räumlicher und zeitlicher Hinsicht auseinander. Dadurch entsteht eine der im folgenden Abschnitt erläuterten Nebenfunktionen des Geldes.

       

       

       

       

    7. Nebenfunktionen des Geldes

    Geld erfüllt einige wichtige Nebenfunktionen. Die beiden wichtigsten Nebenfunktionen sind die der Recheneinheit und der Wertaufbewahrung.

    Durch die Funktion der Recheneinheit können unterschiedliche Güter mit einem Wertmesser, dem Geld, bewertet werden. Diese Bewertung kann unmittelbar mit der Bewertung anderer Güter verglichen werden.

    Durch die Zerlegung der Tauschakte in zeitlicher Hinsicht entsteht die Funktion der Wertaufbewahrung. Wie gut Geld diese Funktion erfüllen kann, hängt von der Geldwertstabilität ab. Hierzu verwendet die Volkswirtschaftslehre die Begriffe Inflation sowie Deflation. Beide werden hier nur erwähnt, weil sie mit dem Thema dieser Arbeit "Geld und Verträge" in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Sie würden jedoch im Rahmen des Seminars "Technische Grundlagen elektronischer Geschäftsbeziehungen" zu weit führen. Nähere Erläuterungen zu dem Thema siehe in [3].

    Geld kann unter bestimmten Bedingungen einige seiner Nebenfunktionen verlieren. Beispielsweise ist die Lira (Italien) nicht zur Wertaufbewahrung geeignet, da ihr Wertverlust über einen längeren Zeitraum zu groß ist (Inflation). Private Haushalte und Unternehmen verwenden für größere Investitionen andere Währungen, wie den US-Dollar, um die Funktion der Wertaufbewahrung sicherzustellen.

    Der russische Rubel unterlag in den vergangenen Jahren einem so starken Wertverlust, daß selbst bei kleineren Geschäften, wie dem Lebensmittelkauf eines privaten Haushalts für den täglichen Eigenbedarf, der US Dollar oder die DM bevorzugt angenommen wurde.

    Schreitet dieser Prozeß weiter fort, so verliert das Zahlungsmittel, wie der Rubel, den Status des allgemein anerkannten Tauschmittels und kann somit auch nicht mehr als Geld bezeichnet werden.

    Fazit: Liegt der Wertverlust einer Währung bei einem gewissen Prozentsatz, so ist sie nicht mehr zur Wertaufbewahrung geeignet. Ist der Wertverlust derartig groß, daß selbst für kleine Geschäfte eine fremde Währung benutzt wird, so verliert sie die Stellung des allgemein anerkannten Tauschmittels und ist damit auch kein Geld mehr. Zur Vertiefung dieses Themenkreises schlage ich Buch [3] vor.

     

     

     

  5. Die Entwicklung des Geldes und seine Erscheinungsformen
  6. In der Geschichte des Geldes sind verschiedene Zahlungsformen zu beobachten. Zu Beginn wurden meist Gebrauchsgüter ausgetauscht. Gebrauchsgüter sind Güter, die einen praktischen Nutzen haben und deshalb im täglichen Leben Verwendung finden. Dies waren vor allem Waffen, Kleidung und Nahrungsmittel.

    Neben dem eben beschriebenen Natural- oder Sachgeld wurden auch Zahlungsmittel verwendet, die keinen unmittelbaren Gebrauchswert hatten. In der weiteren Entwicklung wurde die Zahl der Güter, die als Tauschmittel anerkannt waren, geringer. Am Ende dieser Entwicklungsstufe nahmen Edelmetalle eine besondere Stellung ein. Vor allem Gold und Silber erwiesen sich in vielerlei Hinsicht als geeignet. Als besonders wichtige Eigenschaften sind zu nennen: Haltbarkeit, Teilbarkeit und die Seltenheit dieser Stoffe. In einem nächsten Schritt entstand dann die Münze. Hier wurde durch Aufprägen von Stempeln eine Vereinheitlichung geschaffen. Dieser Stempel beglaubigte den Wert der Münze und die damit verbundenen Eigenschaften, wie Gewicht und Feingehalt des Metalls. Danach fanden Münzen Verwendung, deren Metallwert deutlich geringer war als ihr Tauschwert. Beispielsweise ist der Materialwert der 5 DM Münze geringer als der Wert der Güter, die man damit eintauschen kann. Diese Münzen setzten einen Prozeß der Entmaterialisierung des Geldes in Gang, der durch das Papiergeld fortgesetzt wurde und dann zum Buchgeld führte.

    Die Entstehung des Papiergeldes entstand durch das Hinterlegen von Edelmetallen in Form von Barren oder Münzen, bei Geldhändlern und Goldschmieden. Als Quittung wurde dann ein Depotschein ausgestellt. Dieser konnte unmittelbar von seinem Inhaber als Zahlungsmittel weitergereicht werden. Es stellte sich heraus, daß ein sehr kleiner Teil des deponierten Edelmetalls ausreichte, um den täglichen Geschäftsverkehr abzuwickeln. Der Teil des Edelmetalls, der nicht zur Auszahlung ausgegeben wurde, konnte durch die Gewährung von Darlehen in Umlauf gebracht werden. Die Geldhändler konnten durch diese Zahlungsanweisungen Kredite gewähren, die dem Inhaber der Anweisung das Recht gaben, die Summe in Metallgeld zu beziehen.

    Zusammen mit der Entwicklung der Geschäftsbanken entstand das Buchgeld. Das Buchgeld ist ein jederzeit fälliges Guthaben bei Banken, d.h. es kann jederzeit über den Betrag verfügt werden. Über dieses Buchgeld kann mittels Überweisung, Scheckziehung, Lastschrift und Barabhebung verfügt werden. Buchgeld und Giralgeld bedeuten dasselbe. Der Begriff Giralgeld hat sich im Sprachgebrauch durchgesetzt und wird im folgenden verwendet.

  7. Die Währung
  8. Die Währung ist die vom Staat geschaffene Ordnung des Geldwesens. Der Staat legt durch Gesetze die Währungseinheit und das Währungssystem fest.

    1. Die Währungseinheit
    2. Der Staat trifft die Entscheidung über die Währungseinheit mit deren Angabe. Er erklärt das Zahlungsmittel zum gesetzlichen Zahlungsmittel. In Deutschland beispielsweise gilt derzeit noch die Deutsche Mark als Währungseinheit. Eine Deutsche Mark sind 100 Pfennige. Es besteht ein gesetzlicher Annahmezwang des Zahlungsmittels, d.h. durch die Übergabe dieses Zahlungsmittels kann sich ein Schuldner von seinen Zahlungsverpflichtungen befreien, soweit sie sich auf die betreffende Währung belaufen.

      Beispiele für Währungseinheiten: US Dollar, DM, EURO , ECU usw.

    3. Das Währungssystem
    4. Über die Wahl des Währungssystems trifft der Staat die Entscheidung, wie die Geldmenge innerhalb einer Volkswirtschaft zu regulieren ist. Allgemein kann man zwischen gebundenen Währungen und freien Währungen unterscheiden.

      1. Gebundene Währungen
      2. Bei gebundenen Währungen sind die Notenbanken verpflichtet, eine bestimmte Menge an Deckungsmitteln zu halten, so daß die umlaufende Geldmenge gedeckt ist. Zur Deckung kommen Edelmetalle, wie Gold und Silber, in Betracht. Bedeutsame gebundene Währungen waren die Goldkernwährung und die Goldumlaufwährung. Ist die umlaufende Geldmenge immer voll gedeckt ("goldener Kern"), so bezeichnet man dies als Goldkernwährung. Es besteht ein festes Verhältnis zwischen ausgegebenen Papiergeld und Bestand des Deckungsgutes bei der Notenbank. Dieses Verhältnis wird Paritätskurs genannt. Die Notenbanken müssen das Papiergeld zum Paritätskurs einlösen, wenn dies gewünscht wird.

        Bei der Goldumlaufwährung ist der Wert des Zahlungsmittels immer durch den Wert des Goldes abgesichert, aus dem die Münzen bestehen, die im Umlauf sind. Es besteht ein konstantes Verhältnis zwischen Gold (z.B. 1 Stück) und Währungseinheit z.B. (3 Franken). Besitzer von Gold können dieses in Münzen prägen lassen. Zusätzlich zum Gold existiert Papiergeld. Dieses kann auf Verlangen zum Paritätskurs (hier: 1 Gold zu 3 Franken) eingelöst werden. Die Banken sind allerdings nicht zur Einlösung verpflichtet. Die Geldmenge kann durch Lockerung der Deckungsvorschrift oder durch Erhöhung der Goldmenge bei den Notenbanken erhöht werden.

      3. Die freie Währung

    Existieren nur stoffwertlose Geldzeichen, für die keinerlei Deckung vorhanden ist, so spricht man von einer freien Währung oder auch Papierwährung. Stoffwertlose Geldzeichen sind Zahlungsmittel, bei denen der Materialwert des Zahlungsmittels eine untergeordnete Rolle spielt und dementsprechend gering ist. Die Notenbanken haben keinerlei Verpflichtung, die Geldzeichen gegen Währungsmetall einzutauschen. Außerdem gibt es keine Höchstgrenze für den Geldumlauf in einer Volkswirtschaft. Die Geldmenge wird heute von einer Währungsbehörde gesteuert, um ganz bestimmte wirtschaftspolitische Ziele zu erreichen.

  9. Geldarten und geldnahe Forderungen der heutigen Wirtschaft
  10. In der heutigen Wirtschaft werden Geldfunktionen von Münzen, Banknoten und Giralgeld wahrgenommen.

    Daneben existieren aber auch noch geldnahe Forderungen, die eine hohe Liquidität aufweisen, d.h. geldnahe Forderungen können sehr schnell in Geld umgewandelt werden. Sie zählen selbst allerdings nicht zum Geld einer Volkswirtschaft. Sie sind hier erwähnt, um eine Abgrenzung des Geldbegriffs zu veranschaulichen. Dies sind die Geldsurrogate, die Devisen, die Quasigeldbestände und das Geldkapital.

    1. Geldsurrogate
    2. Geldsurrogate, die auch als Hilfszahlungsmittel bezeichnet werden, sind von Nichtbanken geschaffene Dokumente. Sie werden im Zahlungsverkehr benutzt und sind auch allgemein üblich, jedoch müssen sie zur Erfüllung von ökonomischen Verpflichtungen nicht angenommen werden. Dies ist beispielsweise der Scheck. Um den Verkehr der Dokumente zu regeln, hat der Gesetzgeber strenge Rechtsvorschriften erlassen. Diese sollen dem Gläubiger eine gewisse Sicherheit geben, jedoch kann ein Wegfallen dieser Sicherheit keineswegs vermieden werden.

    3. Devisen
    4. Als Devisen bezeichnet man Guthaben bei einer ausländischen Bank, sowie Wechsel und Schecks, die auf eine fremde Währung lauten.

    5. Quasigeld und Geldkapital
    6. Quasigeld ist ein Begriff, der von der Deutschen Bundesbank geschaffen wurde. Er findet Verwendung für verzinsliche Guthaben von Nichtbanken bei Banken. Diese können nicht unmittelbar für Zahlungszwecke eingesetzt werden, lassen sich allerdings innerhalb kurzer Zeit in Bargeld oder Sichtguthaben umwandeln. Zu nennen sind: Termingelder von öffentlichen Haushalten, privaten Haushalten und Unternehmen mit einer Laufzeit von bis unter vier Jahren und Spareinlagen, die mit einer gesetzliche Kündigungsfrist ausgestattet sind.

      Der Begriff des Geldkapitals ist dem des Quasigelds sehr ähnlich.

      Fazit:

      Geld das für längere Zeit Banken zur Verfügung gestellt wird, wird durch Abschluß eines derartigen Vertrages dann nicht mehr als Geld bezeichnet wird.

    7. Warum sind Sichtguthaben Geld ?

    Die Banken sind verpflichtet, einen Teil aller eingezahlten Gelder nicht wieder in Umlauf zu bringen (Reservehaltung der Banken). Durch die Gewährung von Darlehen kommt es zu einer Ausweitung der Geldmenge (Geldschöpfung, näheres in ). Durch die Rückzahlung dieser Darlehen wird die Geldmenge einer Volkswirtschaft wieder geringer (Geldvernichtung).

    Folge:

    Die Geschäftsbanken haben Einfluß auf die Geldmenge einer Volkswirtschaft.

  11. Einführung zum Electronic-Commerce (E-Commerce)
    1. Klärung des Begriffs E-Commerce
    2. In der Literatur werden verschiedene Definitionen des Begriffs E-Commerce angegeben. Einigkeit herrscht lediglich darüber, daß zwei oder mehrere Geschäftspartner ihre Geschäfte mit Hilfe eines Computers und eines Netzwerkes abwickeln.

      Scheer [8] geht von zwei Definitionen aus, die man wie folgt trennen kann.

      " ... Electronic-Commerce i.e.S. bezeichnet Geschäftsprozesse, die den elektronischen Handel betreffen wie Werben, Kaufen und Verkaufen, also den elektronischen Marktplatz betreffen. ..."

      " ... Electronic-Commerce i.w.S. umfaßt alle Geschäftsprozesse, die durch die neuen Informations- und Kommunikationstechniken unterstützt werden ... "

    3. Arten des E-Commerce
    4. In der Literatur [8] werden verschiedene Arten des E-Commerce unterschieden.

      Business to Business meint den Bereich der Geschäftsprozesse mit anderen Unternehmen. Beispielsweise kooperiert ein Automobilhersteller mit einem Zulieferer. Der Zulieferer erhält Informationen über die geplante Produktionsmenge und kann daraus den Bedarf des Automobilherstellers ableiten.

      Business to Consumer bezeichnet die Aktivitäten von Unternehmen, welche die Ware direkt an den Endkunden absetzen wollen. Beispiel: Ein Softwarehersteller verkauft seine Ware über das Internet.

      Intra-Business deckt den Bereich innerhalb einer Organisation ab. Beispielsweise wickelt eine Bank einen Teil des Geschäftsverkehrs mit ihren eigenen Filialen ab.

    5. Die Funktionen des E-Commerce:

Scheer [8] unterscheidet zwischen folgenden Funktionen:

Die Kommunikationsfunktion entsteht durch die Lieferung von Informationen, Produkten und Dienstleistungen sowie die Bezahlung dieser Leistungen über elektronische Medien.

Die Geschäftsprozeßfunktion bezeichnet die Steuerung von operativen Geschäftsvorgängen z.B. die Produktion eines Ersatzteils.

Beispiel: Ein Lagerverwaltungssystem eines Produktionsunternehmens zeigt dem Zulieferer die Lieferung von benötigten Waren an, da der aktuelle Bestand den Mindestbestand erreicht hat.

Qualitätskontrollen und Service werden durch den Einsatz von E-Commerce ermöglicht und/oder erleichtert.

Beispiel 1: Durch die Installierung eines Qualitätskontrollsystems wird ein Qualitätsstandard sichergestellt.

Beispiel 2: Bei erreichter Bestellmenge durch die sofortige Meldung des Systems wird die Servicegeschwindigkeit erhöht.

    1. Vorteile des E-Commerce

Der Kunde kann durch die neuen Technologien des E-Commerce ein weltweites Produktangebot, das sich ständig erhöht, nutzen. Das Medium unterliegt keinen Öffnungszeiten, so daß der Zugang zu benötigten Informationen ständig gewährleistet ist. Ein Suchvorgang nimmt außerdem weniger Zeit in Anspruch und vermeidet dadurch Unannehmlichkeiten, wie z.B. die Anfahrt zum Geschäft.

Für die Unternehmen eröffnet sich eine weltweite Kundenbasis. Die Produkte lassen sich ansprechend präsentieren, und Geschäftsprozesse können erheblich beschleunigt und erweitert werden.

Viele große Unternehmen nutzen bereits die neuen Möglichkeiten, da der finanzielle Aufwand für sie keine erhebliche Belastung darstellt. Kleinere Unternehmungen werden die Mehrkosten für ein solches System mit den erwarteten Umsätzen vergleichen, bevor sie eine entsprechende Investition vornehmen.

  1. Anforderungen an elektronische Zahlungssysteme
  2. Haben sich zwei Geschäftspartner hinsichtlich eines Kaufs, bzw. Verkaufs geeinigt, kann die Übertragung des Geldes durch elektronische Zahlungssysteme erfolgen. Dazu müssen sich die Geschäftspartner nicht kennen. Damit der Geschäftsverkehr reibungslos abläuft, müssen folgende Sicherheitsanforderungen gewährleistet sein. Das Zahlungssystem muß eine gewisse Zuverlässigkeit besitzen, d.h. der Geldfluß zwischen beiden Geschäftspartnern darf nicht zum Erliegen kommen. Außerdem sollte es über ein hohes Maß an Sicherheit verfügen. Ein unbefugter Zugriff darf nicht erteilt werden. Eine weitere Anforderung ist die Anonymität. Sie ergibt sich aus den Grundrechten jedes Menschen. Die Umlaufzeit ist eine wichtige Größe für Unternehmen. Sie erstellen Finanzpläne, in denen sie ihr zukünftiges Zahlungsverhalten planen. Daher hat die Umlaufzeit wesentlichen Einfluß auf die Finanzkraft einer Unternehmung. Ein derartiges Zahlungssystem muß ebenfalls leicht handhabbar und flexibel sein. Daher sollte es weitgehend unabhängig (Bankenunabhängigkeit) von einzelnen Banken sein. Übertragenes Geld darf der Empfänger nach Belieben verwenden, wenn es ihm rechtmäßig zusteht. Diese Eigenschaft wird als Finalität bezeichnet. Die Transaktionskosten müssen durchschaubar, voraussehbar und angemessen sein.

  3. Rechtsgrundlagen
    1. Rechtsgeschäfte, Verträge und Willenserklärungen

In diesem Kapitel sollen Rechtsquellen erläutert werden, die in Zusammenhang mit Verträgen und E-Commerce stehen. In den meisten Fällen greifen hier Regelungen, die nicht speziell für diese Zwecke bestimmt sind. Allerdings lassen sich diese dann auf analoge ähnliche Fälle übertragen, bei denen die Kommunikation über dieses Medium stattfand. Die entsprechenden Rechtsquellen sind dem Zivilrecht zu entnehmen. Das Zivilrecht regelt die Rechtsverhältnisse der Bürger untereinander, also die Ebene der Gleichordnung. Der Vertrag ist eine Unterart des Rechtsgeschäftes, der Kaufvertrag eine Unterart des Vertrags. Im folgenden wird nun Rechtsgeschäft definiert.

Rechtsgeschäft aus [5]

"Rechtserheblicher Sachverhalt, der eine oder mehrere Willenserklärungen enthält, an welche die Rechtsordnung den Eintritt der gewollten Rechtswirkung knüpft."

Vertrag: (aus [5] )

"Einigung zwischen mindestens zwei Partnern über die Herbeiführung bestimmter Rechtsfolgen. Erforderlich sind zwei korrespondierende (empfangsbedürftige) Willenserklärungen: Angebot und Annahme"

Hier taucht der Begriff Willenserklärung auf, der wie folgt definiert ist (aus [5]) :

"Die Kenntlichmachung (Erklärung) des Willens eines Rechtssubjektes, der auf eine bestimmte Rechtsfolge gerichtet ist."

Beispiele für Willenserklärungen:

  1. Person Verkäufer sagt: "Ich möchte dieses Auto für 10000 DM verkaufen"
  2. Person Käufer sagt: "Ich möchte dieses Auto für 10000 DM kaufen"
  3. Ein Handzeichen eines Gastes in einem Restaurant, um ein Schnitzel zu bestellen

Die Rechtssubjekte aus der Definition der Willenserklärung sind hier der Verkäufer, der Käufer und der Gast. Das besondere an der dritten Willenserklärung ist, daß hier keine verbale Kommunikation stattfand, sie aber trotzdem genauso gültig und rechtskräftig ist wie die ersten zwei. Die erste Willenserklärung wird als Angebot bezeichnet, die zweite als Annahme. Der Kaufvertrag ist ein Rechtsgeschäft und ein Vertrag. Genaugenommen ist er ein zweiseitig verpflichtender Vertrag, auch gegenseitiger Vertrag. Für diesen bedarf es zwei sich deckender Willenserklärungen, dem Angebot und der Annahme. In unseren Beispielen 1 und 2 decken sich die Willenserklärungen, und somit wird ein Kaufvertrag geschlossen. Wären die Geldeinheiten oder das Kaufobjekt (Auto) verschieden, so würden sich die Willensklärungen nicht decken und es würde sich lediglich um zwei Willensklärungen handeln.

    1. Das Trennungsprinzip
    2. Das Gesetz sieht ein striktes Trennungsprinzip von Verpflichtungsgeschäften und Verfügungsgeschäften vor. Diese sind im täglichen Leben für den Laien jedoch nicht sichtbar. Der bereits erwähnte Kaufvertrag ist ein Verpflichtungsgeschäft.

      Aus [5]:

      "Verpflichtungsgeschäfte begründen Forderungsrechte und Leistungspflichten" Jedoch sind noch zwei andere völlig selbständige Verträge notwendig, damit der Käufer wirklich das Eigentum an der Sache (Auto) bzw. der Verkäufer das Eigentum am Geld (10000 DM) erwirbt.

      Aus [5] der folgenden Definition wird ersichtlich, daß noch zwei Verfügungsgeschäfte notwendig sind, da der Käufer das Eigentum an der Sache, bzw. der Verkäufer an dem Geld, erlangen möchte.

      "Verfügungsgeschäfte haben zum Inhalt: die Übertragung, Veränderung, Aufhebung oder Belastung eines Rechts"

      Der wesentliche Unterschied zwischen Verpflichtungsgeschäften und Verfügungsgeschäften ist, daß ein Verpflichtungsgeschäft nur einen Anspruch gegen Vertragspartner herstellt. Erst das Verfügungsgeschäft sorgt für den Übergang des Eigentums. Das Verpflichtungsgeschäft (433) ist der Grund für die Eigentumsübertragung (929).

      Verfügungsgeschäfte ändern die Güterzuordnung und können daher nur einmal vorgenommen werden. Im Gegensatz dazu kann man sich mehrmals verpflichten, beispielsweise zum mehrmaligen Verkauf eines Autos. Ob man der Leistung später nachkommen kann, ist eine ganz andere Frage.

      Beispiel Kaufvertrag 1: Ein Student geht in ein Restaurant, um eine Pizza zu kaufen. Er bestellt die Pizza, womit allein durch die Handlung an sich ein Kaufvertrag zustande kommt. Er hat die Rolle des Käufers aus 433, während der Inhaber des Restaurants die Pflichten des Verkäufers hat. Nach Fertigstellung der Pizza erhält er sie sofort und erwirbt somit das Eigentum an ihr. Er zahlt und geht. Mit der Übergabe des Geldes hat auch der Verkäufer das Eigentum an dem Geld rechtmäßig erworben.

      Folge: Es wurden drei Verträge geschlossen, ein Kaufvertrag und je ein Übereinigungsvertrag für die Ware und das Geld. Folgende Abbildung 2 zeigt die drei Verträge, die durch den Verkauf einer Ware geschlossen werden.

       

       

       

       

       

      Abbildung 2: Der Kaufvertrag und die Übereignungsverträge

      Beispiel Kaufvertrag 2: Die Person a verpflichtet sich zum Verkauf eines Gutes an eine Person b. Mit diesem Kaufvertrag wurde lediglich ein Verpflichtungsgeschäft abgeschlossen. Außerdem schließt Person a einen Kaufvertrag mit Person c und übergibt ihr das Gut. Hier wurde das Verpflichtungsgeschäft und die Übereignung vollzogen und damit die Eigentumsverhältnisse geändert. Folge: Die Person b hat nur gegen a Ansprüche aus dem Kaufvertrag. Für b besteht kein Anspruch mehr auf die bereits verkaufte Ware. Die Abbildung 3 stellt diesen Sachverhalt graphisch dar.

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

      Abbildung 3: Fallbeispiel Kaufvertrag

      Wir betrachten die entsprechenden Rechtsquellen des BGB. Das Verpflichtungs-geschäft des Kaufvertrags steht im Buch der Schuldverhältnisse. Das Verfügungsgeschäft wird durch 929 geregelt und befindet sich im dritten Buch des BGB, dem Sachenrecht.

      433 [Grundpflichten des Verkäufers und des Käufers]

      "Durch den Kaufvertrag wird der Verkäufer einer Sache verpflichtet, dem Käufer die Sache zu übergeben und das Eigentum an der Sache zu verschaffen. Der Verkäufer eines Rechtes ist verpflichtet, dem Käufer das Recht zu verschaffen, und wenn das Recht zum Besitz einer Sache berechtigt, die Sache zu übergeben"

      929 [Einigung und Übergabe]

      "Zur Übertragung des Eigentums an einer beweglichen Sache ist erforderlich, daß der Eigentümer die Sache dem Erwerber übergibt und beide darüber einig sind, daß das Eigentum übergehen soll. Ist der Erwerber im Besitze der Sache, so genügt die Einigung über den Übergang des Eigentums"

      Fazit: Die Unterteilung des Kaufvertrages in drei Verträge erscheint auf den ersten Blick umständlich. Es wird jedoch erkennbar, daß diese Trennung sinnvoll ist, wenn eine Störung bei einem oder mehreren dieser Verträge auftritt. Dann gilt es zu prüfen, ob diese Störung auch die anderen Verträge zu Fall bringt (bei Betrug) oder ob die Störung behoben werden kann, wie das z.B. bei Qualitätsmängeln an der Ware der Fall ist.

    3. Anfechtung von Willenserklärungen

Im Geschäftsverkehr kann es nun vorkommen, daß einer der Vertragspartner den Vertrag wieder lösen möchte, weil beispielsweise die Ware nicht zur Erfüllung des gewünschten Zwecks geeignet ist. Das gesetzliche Mittel dafür heißt "Anfechtung". Eine angefochtene Willenserklärung ist nichtig, jedoch ist in Abhängigkeit von der Rechtslage zu prüfen, ob Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können. In der folgenden Übersicht wird geklärt, wann eine Schadensersatzpflicht vorliegt und wann nicht (vgl. 122). Die anfechtende Person wird gegenüber der anderen Person, die auf die Gültigkeit der Willenserklärung vertraute, zum Schadensersatz verpflichtet. Der zu ersetzende Schaden ist der "Vertrauensschaden". Das ist der Schaden, der durch den Vertrauensbruch entstanden ist. Beispiel: B bietet A 100 DM für einen bestimmten Blumenstrauß. Dieses Angebot wird gleich danach von C mit 105 DM überboten. A verkauft an C. C will eine Woche später seine Willenserklärung anfechten, da er wie er sagt, meinte: "Es wären seltene Rosen einer bestimmten Art und nicht ganz gewöhnliche Rosen". Die Rosen hätte A eine Woche vorher für 100 DM verkaufen können. Jetzt sind sie nicht mehr frisch genug und deshalb nicht mehr zum Verkauf geeignet. Der Verkaufswert ist also gleich Null. Folge: Der Vertrauensschaden ist 105 DM ( 105 0 = 105). A ist nicht zur Rückzahlung verpflichtet.

Ursachen der Anfechtung

Schadensersatzpflicht

119 [Anfechtbarkeit wegen Irrtums]

Ja

120 [Anfechtung wegen falscher Übermittlung

Ja

123 [Anfechtbarkeit wegen Täuschung und Drohung]

Nein

119[Anfechtbarkeit wegen Irrtums]

  1. "Wer bei der Abgabe einer Willenserklärung über deren Inhalt im Irrtume war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte, kann die Erklärung anfechten, wenn anzunehmen ist, daß er sie bei Kenntnis der Sachlage und bei verständiger Würdigung des Falles nicht abgegeben haben würde."
  2. "Als Irrtum über den Inhalt der Erklärung gilt auch der Irrtum über solche Eigenschaften der Person oder der Sache, die im Verkehr als wesentlich angesehen werden"

Es können nach 119 BGB folgende Irrtumsfälle unterschieden werden:

Inhaltsirrtum 119 I

Der Erklärende ist sich über die Bedeutung des Gesagten im Unklaren.

Beispiel 1: Ein alter Mann meint, eine Swatch sei eine Wanduhr.

Erklärungsirrtum 119 I

Der Erklärende wollte das, was er sagt, gar nicht sagen. Da auch Taten Willenserklärungen sein können, kann diese Rechtsnorm auch auf diese analog angewendet werden.

Beispiel 2: Jemand verspricht sich bei der Bestellung von Waren (versprechen). Jemand drückt auf ein falsches Symbol und bestellt etwas, was er gar nicht möchte (vergreifen).

Eigenschaftsirrtum 119 II

Der Erklärende hat falsche Vorstellungen von einer Sache oder Person.

Beispiel 3: Jemand kauft ein Werkzeug, weil er meint, es wäre für die von ihm durchzuführenden Arbeiten geeignet.

 

  1. Anhang
    1. Rechtsquellen
    2. Bei versenden von Nachrichten (Willenserklärungen) per Post oder E-mail:

      120 [Anfechtbarkeit wegen falscher Übermittlung]

      "Eine Willenserklärung, welche durch die zur Übermittlung verwendete Person oder Anstalt unrichtig übermittelt worden ist, kann unter der gleichen Voraussetzung angefochten werden wie nach 119 eine irrtümlich abgegebene Willenserklärung"

      130 [Wirksamwerden der Willenserklärung gegenüber Abwesenden]

      "Eine Willenserklärung, die einem anderen gegenüber abzugeben ist, wird, wenn sie in dessen Abwesenheit abgegeben wird, in dem Zeitpunkte wirksam, in welchem sie ihm zugeht. ..."

      142 [Wirkung der Anfechtung]

      " Wird ein anfechtbares Rechtsgeschäft angefochten, so ist es von Anfang als nichtig anzusehen"

      122 [Schadensersatzpflicht des Anfechtenden]

      "... den Schaden zu ersetzen, den der andere oder der Dritte dadurch erleidet, daß er auf die Gültigkeit der Erklärung vertraut..."

      Wie wir bereits gesehen haben tritt diese Schadensersatzpflicht dann nicht ein, wenn der Anfechtende bedroht oder getäuscht wurde.

      145 [Bindung an den Antrag]

      "Wer einem anderen die Schließung eines Vertrags anträgt, ist an den Antrag gebunden, es sei denn, daß er die Gebundenheit ausgeschlossen hat."

      Beispiel: Ein Kunde bestellt über das Internet einen Computer. Er bekommt den Computer am nächsten Tag geliefert.

      151 [Annahme ohne Erklärung gegenüber dem Antragenden]

      "Der Vertrag kommt durch die Annahme des Antrags zustande, ohne daß die Annahme dem Antragenden gegenüber erklärt zu werden braucht, wenn eine solche Erklärung nach der Verkehrssitte nicht zu erwarten ist oder der Antragende auf sie verzichtet hat"

      Beispiel: Werden Waren von einem Versand bestellt, so ist es nicht üblich, die Bestellung zu bestätigen.

      Vergleiche folgende Paragraphen nur nach Bedarf

      146 [Erlöschen des Antrags]

      150 [Verspätete und abändernde Annahme]

      147 [Annahmefrist]

      148 [Bestimmung einer Annahmefrist]

      138 [Sittenwidriges Rechtsgeschäft; Wucher]

      "Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig ...."

      104 [Geschäftsunfähigkeit]

      Nach 305 herrscht in Deutschland Vertragsfreiheit:

      305 [Begründung]

      "Zur Begründung eines Schuldverhältnisses durch Rechtsgeschäft sowie zur Änderung des Inhalt eines Schuldverhältnisses ist ein Vertrag zwischen den Beteiligten erforderlich, soweit nicht das Gesetz ein anders vorschreibt"

    3. Geschichtsquellen zum Thema Geld

Im folgenden Abschnitt werden Geschichtsdaten erläutert, die mit der Entwicklungsgeschichte des Geldes zusammenhängen. Eine umfassende Darstellung gibt [1].

Quelle unbekannt

9000 bis 6000 v. Chr.

  • pflanzliche Erzeugnisse und Vieh werden als Zahlungsmittel eingesetzt
  • finden heute noch Verwendung in Teilen der Welt, wie z.B. in Afrika

Mesopotamien

bis 3100 v. Chr.

  • Entwicklung von Schriftzeichen
  • Diese werden zur Kontoführung eingesetzt

Mesopotamien

3000 bis 2000 v. Chr.

  • Entstehung eines Systems, das einige grundlegende Prinzipien des heutigen Banksystems enthielt
  • Verwaltung von Gütern, wie Getreide, später Vieh, pflanzliche Produkte und Metall

Babylon

2250 bis 2150 v. Chr.

  • Erste staatliche Garantie der Reinheit und des Gewichtes von Goldbarren

Babylon

1792 bis 1750 v: Chr.

  • Erstmals wurden Gesetze erlassen, die Bankgeschäfte regeln sollten

China

1200 v. Chr.

  • Porzellanschnecken wurden in China als Tauschmittel mit geldähnlichen Eigenschaften eingesetzt

China

1000 bis 500 v. Chr.

  • Werkzeuge aus Metall wurden als Tauschmittel eingesetzt, wie Messer und Spaten

Asien

640 bis 630 v. Chr.

  • Die ersten wirklichen Münzen wurden in Asien geprägt. Dazu wurden Gold und Silber verwendet.

China

600 bis 300 v. Chr.

  • Metallmünzen, die unterwertig geprägt waren, wurden als Zahlungsmittel eingesetzt
  • Diese erwiesen sich jedoch für große Zahlungen als unvorteilhaft

Griechenland

600 bis 570 v. Chr.

  • Die Idee, Münzen als Zahlungsmittel zu verwenden, gelangt von Asien nach Griechenland

Griechenland

407 bis 405 v. Chr.

  • Durch die Entdeckung von großen Silbervorkommen wurden erstmals sich in Umlauf befindliche Bronzemünzen durch Silbermünzen ersetzt. (Athen)

Griechenland

350 v. Chr.

  • Die Zinsrate in Griechenland lag für Investitionen in Geschäfte mit durchschnittlichen Verlustrisiko bei 10%.
  • Für riskante Geschäfte wurden 20% bis 30% verlangt

Ägypten

323 bis 30 v. Chr.

  • In Ägypten wurde Getreide neben wertvollen Metallen als Zahlungsmittel verwendet.
  • Das lokale Lager wurde in eine Zentralbank mit integrierten Girosystem umgewandelt.
  • Zahlungen konnten ohne die Übergabe von Geld durchgeführt werden

Rom

275 bis 269 v. Chr.

  • Bronzebarren sind übliche Zahlungsmittel in Rom
  • 269 v. Chr. wurden in Rom erstmals Silbermünzen ausgegeben

Rom

218 bis 201 v. Chr.

  • durch einen Krieg entstand eine hohe Nachfrage an Münzen. Die Folge war Inflation.

China

118 v. Chr.

  • In China wird Geld aus Leder ausgegeben

England

55 und 54 v. Chr.

  • In England werden Schwertklingen als Zahlungsmittel verwendet

Rom

30 v. Chr. bis 14 n. Chr.

  • Augustus Cäsar läßt das Finanzsystem reformieren
  • Neue Steuern auf Umsätze sowie Landbesitz
  • Ausgabe neuer Münzen in Gold und Silber

  1. Literaturverzeichnis

[1] A history of money from ancient times to the present day

Glyn Davis

University of Wales Press

ISBN 0 7083 1351 5

[2] IT-Sicherheit

Rolf Opplinger

Vieweg Verlag

ISBN 3-528-055669

[3] Volkswirtschaftslehre

Rolf Becks

Carl Habel Verlag

ISBN 3-87179-060-5

[4] Duden "Das große Wörterbuch der deutschen Sprache" in 6 Bänden

Durchgesehener Nachdruck 1977

ISBN 3-41101354-0

[5] Vorlesungsmanuskript Zivilrecht I und II

der Technischen - Universität - Darmstadt (Neuauflage 11/96)

Prof Dr. Egbert Nickel

[6] BGB Bürgerliches Gesetzbuch, 39. Auflage

Deutscher Taschenbuch Verlag

ISBN 3 423 05001 2

 

[7] Grundlagen des Zivilrechts, 3. Auflage

Wahalla u. Praetoria Verlag

ISBN 3-8029-7597-9

Hans Joachim Bauschke, Hans Dieter Braun

[8] Schriften zur Unternehmensführung, Ausgabe 1/1997

D. Adam (Hrsg.)

Springer Verlag

Verwendete Informationen aus:

Internet-basierte Geschäftsprozesse mit Standardsoftware

August Scheer, Markus Bold, Michael Hoffmann