Ein überfüllter Hörsaal wie im ersten Semester

28.10.2019

Ein überfüllter Hörsaal wie im ersten Semester

Abschiedsvorlesung von Prof. Johannes Buchmann

Zur Abschiedsvorlesung von CYSEC-PI Prof. Johannes Buchmann am Donnerstag erschienen zahlreiche Weggefährten. Der Kryptografieexperte mahnte zur Kultur einer gegenseitigen Wertschätzung, zu Kooperation und Zusammenarbeit.

Bild: Ann-Kathrin Braun
Bild: Ann-Kathrin Braun

Ein überfüllter Hörsaal wie im ersten Semester und viele fröhliche Momente. Dies sind die ersten Eindrücke, die von der Abschiedsvorlesung des Kryptografieexperten und CYSEC-Pis Prof. Johannes Buchmann am vergangenen Donnerstag im Alten Maschinenhaus der Technischen Universität Darmstadt mitnehmen konnte. Bereits im Vorfeld war den Organisatorinnen und Organisatoren klar, dass der ursprünglich geplante Hörsaal mit 250 Plätzen nicht ausreichen würde, weshalb man kurzfristig die letzte Vorlesung in den Vorlesungssaal des Maschinenhaus verlegte. Die 372 Plätze sollten allerdings immer noch nicht ausreichen, weshalb letzten Endes doch noch Zuhörerinnen und Zuhörer auf den Treppen Platz nahmen.

Nach Grußworten von Prof. Stefan Roth, Dekan des Fachbereichs Informatik, und dem kürzlich aus dem Amt geschiedenen ehemaligen Universitätspräsidenten Prof. Hans Jürgen Prömel, die Buchmanns Engagement für die Universität und den Forschungsstandort Darmstadt lobten und hierbei insbesondere den Themenschwerpunkt Cybersicherheit hervorhoben, hielt Buchmanns Nachfolger als Sprecher des Profilbereichs CYSEC Prof. Ahmad-Reza Sadeghi eine launige Abschiedsrede, die er von dem Sprachassistenten Alexa einleiten ließ: „Alexa, was weißt du über Johannes Buchmann?“ Wissenstalent Alexa wusste ziemlich viel und musste zum Schmunzeln des Publikums zum Schweigen gebracht werden. Anschließend zeigte er eine Montage von Prof. Buchmann als „Person of the Year“ des TIME Magazines und wünschte ihm für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute.

Bild: Ann-Kathrin Braun
Bild: Ann-Kathrin Braun

Nach einer nostalgischen Reise mit schwarz-weißen Kindheitsfotos des deutlich jüngeren Buchmanns mit seinen drei Geschwistern und dem Vater, die wie er ebenfalls alle Lehrer sind, sowie der Mutter, nahm Johannes Buchmann schließlich das Mikrofon in die Hand und das Publikum mit zurück in die Zeit als Doktorand, als er an seiner Promotion zu Kettenbrüchen arbeitete. Nach dem kurzen Exkurs in die komplizierte Mathematik ging Buchmann schließlich auf seinen Werdegang als Professor ein. Zunächst in Saarbrücken beginnend, wo er Büros im Keller belegte („Buchmanns Kellerkinder“), wechselte er 1996 nach Darmstadt. Er würdigte die stets hervorragende Zusammenarbeit mit dem Präsidium und der Verwaltung der TU Darmstadt, die Offenheit für neue Projekte und das Engagement für seine Themen. Buchmann schloss seinen Vortrag mit der Aussage, dass aller Fortschritt nur durch eine Kultur der „mutual admiration“, also eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung, erreicht werden könne: „Alles Große, das wir in Darmstadt erreicht haben, wurde durch Kooperation und Zusammenarbeit erreicht!“

Für seine letzte Vorlesung erntete der langjährige CYSEC-PI minutenlangen Applaus und einige Geschenke: Neben einem Mosaik aus Lego-Steinen, das ihn im Portrait zeigt, und einem Gedichtband einer seiner Lieblingslyriker, mit persönlichen Widmungen in Form von Lesezeichen seiner Professorenkollegen, und einen Gutschein für Konzerttickets für Udo Lindenberg, welchen er neben der Jazz-Musik sehr schätzt, erhielt er auch eine Sammlung von Gutscheinen für seine diversen Hobbys seitens des Fachbereichs Informatik. Als besondere Überraschung wartete schließlich noch im Publikum ein versteckter Chor auf, der den Nummer-Eins-Hit „Bye Bye Baby“ der Bay City Rollers abwandelte und als „Bye Bye J. B.“ sang. Musikalisch ging es auf dem anschließenden Empfang zu: Der Jazzmusiker Lutz Bachmann spielte mit Saxofon vor den rund 250 Gästen, die den Abend gemütlich ausklingen ließen.

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