Fachgebiet SIM an Aufbau von Deutschem Rettungsrobotikzentrum (A-DRZ) beteiligt

08.12.2018

Fachgebiet SIM an Aufbau von Deutschem Rettungsrobotikzentrum (A-DRZ) beteiligt

Einsatz von Robotersystemen bei der zivilen terrestrischen Gefahrenabwehr in menschenfeindlicher Umgebung

Die TU Darmstadt beteiligt sich am Aufbau des vom Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft (BMBF) geförderten Deutschen Rettungsroboterzentrums (A-DRZ) in Dortmund. Oskar von Stryk, Informatikprofessor und Leiter des Fachgebiets Simulation, Systemoptimierung und Robotik sowie sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Kevin Daun vertraten die Universität bei der Auftaktveranstaltung am 6. Dezember 2018.

Team Hector. Bild: Hiroko Tadokoro / World Robot Summit
Team Hector. Bild: Hiroko Tadokoro / World Robot Summit

Am „Deutschen Rettungsrobotik-Zentrum“ (DRZ), dessen Aufbau ab Oktober begonnen hat, ist die TU Darmstadt mit dem Teilvorhaben „Autonome Assistenzfunktionen für Bodenroboter“ beteiligt, das mit rund 600.000 Euro gefördert wird. Die Arbeitsgruppe Simulation, Systemoptimierung und Robotik (SIM) von Prof. Oskar von Stryk forscht hier an der Entwicklung von teilautonomen Bodenrobotern für die schnelle Lageerkundung zur Unterstützung der Rettungskräfte in Bereichen, die für Menschen unübersichtlich und gefährlich sind, beispielsweise nach einem Brand in einem einsturzgefährdeten Gebäude. Die Entwicklungen werden in praxisnahen Szenarien erprobt. Im Zentrum steht dabei der beim World Robot Summit 2018 preisgekrönte Rettungsroboter von „Team Hector“.

Durch den Aufbau des Kompetenzzentrum A-DRZ soll der Einsatz von Robotersystemen bei der zivilen terrestrischen Gefahrenabwehr in menschenfeindlicher Umgebung vorangetrieben werden. Die Basis bilden dabei die vier Leitszenarien Feuer, Einsturz und Verschüttung, Detektion von Gefahrstoffen und Hochwasser sowie die daraus resultierenden Herausforderungen an die Rettungsrobotik. Hierzu wird unter anderem ein sogenanntes Living Lab, d. h. ein Labor mit angeschlossenem Versuchsgelände, aufgebaut, in dem Wissenschaftler, Firmen und Anwender gemeinsam bestmögliche Lösungen für unterstützende Rettungsroboter erforschen und in realistischen Testumgebungen prüfen können.

Das Verbundprojekt wird vom Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie der Stadt Dortmund (IFR) koordiniert. Trägerverein ist der gemeinnützige Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum e.V., bei dem die Technische Universität Darmstadt Gründungsmitglied und durch Prof. von Stryk im Vorstand vertreten ist. Beteiligt sind außerdem zehn weitere Verbundpartner aus Forschung und Anwendung.

Fachgebiet Simulation, Systemoptimierung und Robotik (SIM)

Die Arbeitsgruppe verfügt bereits über umfangreiche Expertise zu intelligenten (teil-)autonomen Robotersystemen in menschenfeindlichen Umgebungen, die durch Erfolge in zahlreichen internationalen Wettbeweben dokumentiert ist. In der RoboCup Rescue Robot League wurde vier Jahre in Folge der „Best in Class Autonomy Award“ und 2014 der gesamte Wettbewerb zum ersten Mal überhaupt mit einem autonomen Roboter gewonnen. Zu den dabei entwickelten Algorithmen gehört Hector SLAM, einer der weltweit am meisten verbreiteten SLAM-Algorithmen. 2017 wurde die ARGOS Challenge und 2018 die Plant Disaster Prevention Challenge des World Robot Summits gewonnen.

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