Prof. Ahmad-Reza Sadeghi: Darknet bietet auch Möglichkeit auf demokratische Informationen zurückzugreifen

07.05.2019

Prof. Ahmad-Reza Sadeghi: Darknet bietet auch Möglichkeit auf demokratische Informationen zurückzugreifen

Internationales Netzwerk „Wall Street Market“ lahmgelegt

Im Gespräch mit dem ZDF heute journal erläutert Prof. Ahmad-Reza Sadeghi vom Fachbereich Informatik, dass die Anonymität des Darknets auch Menschen schützt.

Gemeinsam mit den US-amerikanischen und niederländischen Strafverfolgungsbehörden sowie der europäischen Polizeibehörde Europol gaben die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt (BKA) am vergangenen Freitag den Schlag gegen das international Drogennetzwerk „Wall Street Market“ in Wiesbaden bekannt. Auf dem Online-Marktplatz, der ausschließlich über das TOR-Netzwerk im sogenannten Darknet und nicht über herkömmliche Suchmaschinen erreichbar ist, wurden nicht nur Drogen wie Kokain, Heroin, Cannabis und Amphetamine gehandelt, sondern auch ausgespähte Daten, gefälschte Dokumente und Schadsoftware. „Zuletzt waren auf dem Online-Marktplatz über 63.000 Verkaufsangebote eingestellt sowie über 1.150.000 Kundenkonten und über 5.400 Verkäufer angemeldet“, so die Generalstaatsanwaltschaft und das BKA. Die Anonymität des Darknets als Einladung für Straftaten.

Plattform für demokratische Informationen

Zugleich bietet die Anonymität des Darknets jedoch auch Chancen, etwa für die Meinungsfreiheit. „Sie können sich vorstellen, dass wenn man in einer Diktatur lebt, benutzt man ja auch gerade diese Netzwerke, um beispielsweise auf demokratische Informationen zurückzugreifen“, hebt Informatik-Professor Ahmad-Reza Sadeghi, Leiter des System Security Labs an der Technischen Universität Darmstadt, im Gespräch mit dem ZDF heute journal die Vorteile des Darknets hervor. Gerade diese Vorteile des Darknets würden nicht nur bislang auch bei uns propagiert, sondern das Darknet könne aufgrund dessen auch als sehr positiv angesehen werden.

Den Link zum Videointerview mit Prof. Sadeghi finden Sie hier (ab Minute 2).

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