Presentation Guideline

Presentation Guideline (German)

Diese Vortragsanleitung wendet sich in erster Linie an Studenten des Seminars Telekooperation an der Abteilung Telekooperation und soll diesen eine Anleitung zur Erarbeitung und Präsentation des gestellten Themas sein.

Vortragsanleitung:

  • Allgemeines
  • Literaturrecherche
  • Literaturbeschaffung
  • Zitieren
  • der Vortrag
    • Vortragsaufbau
    • Präsentation
    • Das Smartboard
    • Bewertung
  • Literatur zum Thema

Allgemein

Die Aufgabe im Seminar Telekooperation besteht darin, ein gestelltes wissenschaftliches Thema aufzuarbeiten und in einem Vortrag zu präsentieren. Zur Aufarbeitung des Themas gehört

  • das Sammeln von Material (s. Literaturrecherche)
  • das Erarbeiten von schwierigen Stellen und Details in der Literatur
  • je nach gestelltem Thema das Ausführen von Beispielen oder das Experimentieren am Computer
  • das Ausarbeiten eigener Ideen.

Umfang der Seminararbeit bzw. Länge des Vortrages können sich je nach Lehrveranstaltung unterscheiden. Die genauen Daten sind der jeweiligen Homepage zur Lehrveranstaltung zu entnehmen.

Literaturrecherche

Die Literaturrecherche ist die wichtigste Informationsquelle! Kurze Charakterisierung wissenschaftlicher Literatur:

  • Bücher: meist größerer Problembereich, systematisch und vollständig behandelt; Nachteil: zumeist nicht brandneuer Inhalt; Vorteil: ganzheitliche Präsentation des Stoffgebietes; wird von Experten vor Erscheinen geprüft.
  • Artikel in Fachzeitschriften und Artikelsammlungen: wissenschaftlich höchst wertvoll, oft neue Resultate für Fachpublikum präsentiert; von Experten vor dem Erscheinen geprüft, manchmal dem Autor zur Überarbeitung zurückgegeben; Review-Vorgang kann sich über mehrere Monate ziehen und sorgt meist für sehr hohe Qualität (allerdings zu Lasten der Aktualität).
  • Artikel in Konferenzbänden: ähnliche Eigenschaften wie oben, jedoch Qualitätskontrolle nicht so perfekt (Deadlines der Konferenzen); Qualität zwischen einzelnen Konferenzen variiert stark.
  • Technical Reports: meist neueste Inhalte, manchmal Vorabversionen für oben genannte Artikel; keinerlei Qualitätskontrolle, durchschnittlich weit geringere Qualität als Artikel und Bücher.

Übrigens: Nur Artikel, die eine Qualitätskontrolle bestanden haben, nennt man “Publikationen”. “Papers” ist ein Überbegriff, der Publikationen, Technical Reports, interne Berichte etc. umfaßt.

Literatursuche

Die einzelnen Schritte bei der Suche nach Literatur (s. Buchberger):

  • Frage Leute, die im entsprechenden Gebiet arbeiten. (Zu jedem Seminarthema werden einige Literaturstellen als Ausgangspunkte ausgeteilt. Auch an der Abteilungsbibliothek im Multimediaraum finden sich fachspezifische Bücher.)
  • Betrachte die Literaturliste in den vorhandenen relevanten Publikationen.
  • Betrachte das Inhaltsverzeichnis und den Index vorhandener relevanter Bücher, um zusätzliche Schlüsselworte für die weitere Suche zu finden.
  • Suche im Schlüsselwortkatalog von Bibliotheken.
  • Suche in relevanten Literatur-CD-Roms.
  • Durchsuche “Review Journals”; (z.B. Computer Abstracts, ACM Computing Reviews, ACM Guide to Computing Literature).
  • Schreibe an Autoren vorhandener relevanter Papers für weiterführende Literatur.

Literatursuche ist ein iterativer Prozeß!

Literaturbeschaffung

Zitieren

Zur vollständigen Angabe einer Literaturstelle gehören: Autor, Titel, Verlag, Erscheinungsort, Erscheinungsjahr.Beispiel:Mühlhäuser, M.; Schill, A.: Software Engineering für verteilte Anwendungen – Mechanismen und Werkzeuge.Springer Verlag; Berlin, Heidelberg, New York; 1992.Zusatzinformationen bei Sammel- und Konferenzbänden:Name des Editors, Name des Bandes, Seitenangabe.

Beispiel:

Mühlhäuser, M.; Borchers, J.; Falkowski, C.; Manske, K.: The Conference-/Class-Room of the Future – An Interdisciplinary Approach in: Glasson, B., Vogel, D., Nunamaker, J.: Information Systems and Technology in the International Office of the Future. Chapman and Hall; 1996; pp. 233 – 250.

Zusatzinformationen bei Zeitschriftenartikel:

Name der Zeitschrift, Band (Volume), Nummer, Seitenangabe.

Beispiel:

Mühlhäuser, M.; Gecsei, J.: Services, Frameworks, and Paradigms for Distributed Multimedia Applications. IEEE Multimedia Journal; Vol 3, No 3; Fall 1996; pp. 48 – 61.

Vortragsaufbau

Ziel der Präsentation ist, daß die anderen Teilnehmer des Seminars über das jeweilige Thema etwas Lernen. Dazu kurz ein Ausflug in die Psychologie:

  • Information, die mit bereits Bekanntem verknüpft (assoziiert) werden kann, ist leichter zu merken.
  • Neue Information wird in den ersten 20 Minuten nach der Präsentation am leichtesten wieder vergessen, bereits einmaliges Wiederholen steigert die Erinnerungsrate jedoch deutlich.
  • Zwei zu knapp hintereinander liegende Lernprozesse können sich überlagern und dadurch gegenseitig negativ beeinflussen.

Daraus läßt sich folgendes allgemeine Schema für fachliche Vorträge ableiten: Folgende zwei Phasen sollen sich jeweils abwechselnd wiederholen:

  • Präsentation des neue Materials (max. 15 min)
  • Wiederholung (z.B. Kerngedanken am Anfang UND am Ende eines Unterpunktes nennen, ein Beispiel einbauen) und Assoziation mit Bekanntem (z.B. Brücke zu Alltagssituation schlagen, Vergleichbares in “Informatik-Basiswissen” finden) (5-10 min).

Ein generischer Rahmen für den Aufbau eines Fachvortrags ist:

  • Motivation – Problem – Lösungsidee – Methode – Wiederholung oder Beispiel.
  • Die Gliederung des Vortrags soll bereits während der Stoffsammlung geschehen.
  • Inhalt sorgfältig auswählen! Für viele Vorträge gilt: Weniger wäre mehr gewesen.
  • Bilder können ein wichtiger Bestandteil eines Vortrages sein, jedoch sollten sie sorgfältig vorbereitet, sauber ausgeführt und sachgerecht eingesetzt werden. Die wesentliche Bildinformation muß in etwa zehn Sekunden zu erfassen sein, da das Bild sonst zu sehr vom Vortragenden ablenkt.

Präsentation

Hier sollen noch einige Tips zur Präsentation des Vortrags selbst gegeben werden:

  • Vortrag vorab laut üben. Sich selbst auf Tonband oder Video aufnehmen, oder einem Freund vortragen. Dies gibt Sicherheit, hilft bei der Zeiteinteilung und bringt noch zu wenig vorbereitete Stellen im Vortrag ans Tageslicht.
  • Besonders wichtige Teile eines Vortrags sind der Anfang und der Schluß, der erste und der letzte Eindruck bleiben am meisten haften. Diese Teile aufschreiben und auswendig lernen.
  • Faustregel: Zu jeder wesentlichen Aussage gehört (mindestens) eine eigene Folie, zu jeder Folie eine Aussage.
  • Nur Kernaussagen, nicht die fortlaufenden Texte auf den Folien präsentieren.
  • Für Folien große und lesbare Schrift verwenden.
  • Die Folien numerieren, damit man sich in der Diskussion darauf beziehen kann.
  • Faustregel: pro Seite zwei bis vier Minuten reden (20 Minuten = 7 Seiten/Folien), wobei die Verweilzeit natürlich vom Inhalt der Folie abhängt und somit die Abweichungen von dieser Regel beträchtlich sein können.
  • Im letzten Drittel des Vortrags eine Abkürzung vorsehen, die eingeschlagen wird, wenn nach 50 bis 70% der Zeit weniger als die entsprechende Anzahl von Folien gezeigt ist.
  • Temposteigerung ist kein Ausweg, um Zeit einzusparen!
  • Beim Vortragen aufrechte, entspannte Haltung einnehmen, weder gehemmt noch aggressiv.
  • Nicht auf- und abgehen sondern nur kontrollierte Ortsveränderungen vornehmen.
  • Die Hände für unterstützende Gesten frei halten.
  • Als Gesten nicht zu kleine, fahrige Bewegungen verwenden, sondern weit ausholen.
  • Laut, deutlich und langsam sprechen, Sprechpausen einlegen.
  • Um Lebendigkeit der Sprache bemühen.
  • Kontakt zum Publikum aufbauen, in das Publikum schauen, nicht mit den Vortragsmedien (Smartboard, Overhead-Projektor, Tafel) sprechen.
  • Nicht einzelne Personen im Publikum fixieren, sondern Blick wandern lassen (bekannte oder freundliche Gesichter suchen) und in den Gesichtern lesen.

Das Smartboard

  • Anmerkung: die technischen Details des Smartboards sind natürlich nur bei Präsentationen, die tatsächlich auf einem Smartboard stattfinden, relevant.
  • Interaktive Tafel, auf der man Bildschirminhalte anzeigen und darauf zeichnen kann.
  • Am besten Powerpoint-Slides oder HTML-Seiten verwenden.
  • Die interaktive Tafel bietet die Möglichkeit, Computeranimationen und externe Programme in die Präsentation einzubauen. Animationseffekte nur sinnvoll und gezielt einsetzen!
  • Unser Projektor für die Rückprojektion im Smartboard arbeitet mit einer Auflösung von 1024x768 und 16 Bit Farbtiefe.
  • Beachten, daß die aufwendige Seitengestaltung von Powerpoint dazu verleitet, zu wenig Inhalt auf den einzelnen Seiten zu präsentieren. (Marketing-Präsentation statt Fachvortrag.)
  • Um Ideen schrittweise zu entwickeln, die Möglichkeit des Zeichnens auf dem Smartboard ausnutzen. Dabei Handschrift sparsam einsetzen, da für die Darstellung von großen Mengen an handschriftlichem Text die Auflösung zu niedrig ist.
  • Dunkle Schrift auf hellem Hintergrund verwenden, dabei auf hohen Kontrast achten.
  • Serifenlose Schriften verwenden.
  • Das Smartboard verleitet zum zu schnellen Vortragen und Weiterblättern der Seiten.

Bewertung

Folgende Fragen werden nach dem Vortrag zur Bewertung herangezogen und können dem Vortragenden helfen, die Vollständigkeit seiner Präsentation zu prüfen:

  • Wurde deutlich gemacht, warum das Thema von Interesse ist?
  • Wurden alle wesentlichen Aspekte des Themas berücksichtigt und unwesentliche Aspekte weggelassen?
  • Wurden unterschiedliche Interpretationen oder Sichtweisen in angemessener Weise eingebracht und gegeneinander abgewogen?
  • Wurden alle wichtigen Folgerungen oder Anwendungen dargelegt?
  • Hat sich der Referent selbst eine Meinung gebildet?
  • Gab es eine einprägsame Zusammenfassung?
  • Wurde die Zeitvorgabe eingehalten?
  • Inwieweit wurden die Hinweise aus der vorliegenden Vortragsanleitung beachtet?

Literatur zum Thema

Bruno Buchberger: Thinking, Speaking, Writing. Basic Working Techniques for Students of Mathematics and Computer Science. Begleitmaterial zu seiner Vorlesung “Praktische Beweistechnik und wissenschaftliches Arbeiten im Bereich des Symbolic Computation”; Universität Linz; 1992.

M. Deininger, et al.: Studien-Arbeiten – ein Leitfaden zur Vorbereitung, Durchführung und Betreuung von Studien-, Diplom- und Doktorarbeiten am Beispiel Informatik. Vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich und B.G. Teuber, Stuttgart; 3. Aufl., 1996.

H. F. Ebel, C.Bliefert: Vortragen in Naturwissenschaft, Technik und Medizin. VCH Verlasgsgesellschaft mbH,Weinheim;1992.

H. Woerrlein, G. Neumann: Perfekt präsentieren; Markt&Technik, Haar bei München; 1993.

S. L P. Jones, J. Hughes, J. Launchbury: How to give a good research talk. j-SIGPLAN; Vol 28, No 3; Nov 1993; S 9-12.