6G-Forschung für neue Anforderungen
Vorhaben Open6GHub+ zum Jahresbeginn gestartet
26.01.2026 von DFKI/etit
Zum 1. Januar 2026 ist das Vorhaben Open6GHub+ offiziell an den Start gegangen. Ziel ist es, zentrale Ergebnisse der 6G-Forschung systematisch in Richtung Anwendung, Standardisierung und Markteinführung zu überführen. Die TU Darmstadt beteiligt sich mit Forschungsthemen aus dem Gebiet der Resilienz.
Der Open6GHub+ wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und ist Teil des deutschen 6G-Programms. Das Vorhaben, das die Arbeiten des erfolgreich abgeschlossenen Vorgängerprojekts Open6Ghub fortsetzt, reagiert gezielt auf veränderte gesellschaftliche und geopolitische Rahmenbedingungen, insbesondere den gestiegenen Bedarf an technologischer Souveränität, resilienten kritischen Infrastrukturen sowie vertrauenswürdigen digitalen Systemen. Die enge Zusammenarbeit mit Industrie, Start-ups, kleinen und mittleren Unternehmen, Behörden und weiteren öffentlichen Akteuren ist dabei ein zentrales Element.
Standortsprecherin des Projekts an der TU Darmstadt ist Professorin Anja Klein, Leiterin des Fachgebiets Kommunikationstechnik am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik. Weiterhin beteiligt sind Professor Matthias Hollick (Fachgebiet Sichere Mobile Netze), Professor Vahid Jamali (Fachgebiet Resiliente Kommunikationssysteme), Professor Marius Pesavento (Fachgebiet Nachrichtentechnische Systeme) sowie Professor Björn Scheuermann (Fachgebiet Kommunikationsnetze).
KI soll Potenziale von 6G stärken
Ein inhaltlicher Schwerpunkt von Open6GHub+ liegt auf der umfassenden Integration Künstlicher Intelligenz (KI) in 6G. Untersucht werden sowohl KI-basierte Netzfunktionen als auch der Einsatz generativer und hybrider KI bei der Entwicklung, Implementierung und Spezifikation zukünftiger Mobilfunktechnologien. Ergänzt wird dies durch die Entwicklung KI-basierter cyber-physischer Zwillinge und neuer intelligenter Dienste, die durch 6G als vernetzendes Rückgrat ermöglicht werden.
Darüber hinaus adressiert der Open6GHub+ die Integration nicht-terrestrischer Netze in zukünftige Mobilfunkarchitekturen. Die Zusammenführung terrestrischer Netze mit Satelliten und fliegenden Plattformen zu sogenannten 3D-Netzen soll eine allgegenwärtige, resiliente und unterbrechungsfreie Konnektivität ermöglichen – insbesondere für Anwendungen in Industrie, Mobilität, Logistik, Landwirtschaft sowie bei kritischen Infrastrukturen.
Weitere Schwerpunkte liegen in der Grundlagenlegung für die Entwicklung von intelligenten 6G-Modems „Made in Europe“ in den Bereichen Endgeräte und nicht-terrestrische Netze sowie für die Entwicklung autonomer 6G-Subnetze, die anwendungsbedingt sehr hohe Anforderungen in Bezug auf Resilienz, Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit erfüllen müssen.
Von der Forschung in die praktische Anwendung
„Mit Open6GHub+ gehen wir den entscheidenden Schritt von der 6G-Forschung in die Umsetzung“, erklärt Professor Hans Schotten, Koordinator des Vorhabens, Professor an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) und wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). „Unser Anspruch ist es, gemeinsam mit der Industrie frühzeitig belastbare, transferfähige Lösungen zu entwickeln – von KI-gestützten 6G-Netzen bis hin zu neuen 3D-Netzarchitekturen. Damit leisten wir einen konkreten Beitrag zur technologischen Souveränität Deutschlands und Europas.“
Die Arbeiten in Open6GHub+ sind missionsorientiert organisiert und werden von Industriepat:innen begleitet, um eine konsequente Ergebnis- und Transferorientierung sicherzustellen. Zentrale Ergebnisse werden in offenen Experimentierfeldern und OpenLabs erprobt und der Industrie frühzeitig zugänglich gemacht.
Mit dem Start von Open6GHub+ wird ein zentrales Instrument der vom BMFTR Ende 2025 veröffentlichten 6G-Forschungsroadmap umgesetzt. Die Roadmap sieht den Aufbau von 6G-Transferhubs ausdrücklich als Bindeglied zwischen exzellenter Forschung, industrieller Anwendung, Standardisierung und Qualifizierung vor. Der Open6GHub+ übernimmt diese Rolle, indem es bestehende Forschungsinfrastrukturen weiterentwickelt, transferorientierte Ökosysteme etabliert und den Übergang von der Forschung in wirtschaftliche und gesellschaftliche Wirkung gezielt unterstützt.
Über Open6GHub+
Das Konsortium von Open6GHub+ vereint führende Forschungseinrichtungen in den Bereichen Kommunikationstechnik, Künstliche Intelligenz und Systemintegration: das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Technische Universität Darmstadt (TU Darmstadt), die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU), die Universität Bremen sowie die Universität Stuttgart. Mit einer klaren Transferorientierung und engen Anbindung an Industrie, Standardisierung und nationale 6G-Strukturen leistet Open6GHub+ einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des nationalen und europäischen 6G-Ökosystems.