Neue ATHENE-Professur für Cybersicherheit

TUDa und ATHENE stärken mit der Berufung von Adi Akavia Darmstadts Cybersicherheitsforschungszentrum

30.01.2026

Professorin Adi Akavia ist eine international anerkannte Expertin für angewandte Cybersicherheit und hat zum Jahresbeginn eine ATHENE-Professur am Fachbereich Informatik der TU Darmstadt und die Leitung einer Abteilung am Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT übernommen. Die Doppelfunktion verbindet akademische Spitzenforschung mit praktischer Anwendung in einem Schlüsselbereich der Cybersicherheit.

Professorin Dr. Adi Akavia

Professorin Adi Akavia gehört zu den führenden Expertinnen in der angewandten Cybersicherheitsforschung. Sie verbindet zwei aktuell besonders wichtige Themenbereiche der Informatik, Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz (KI). Wie kann man maschinelles Lernen, also die Grundlage der modernen KI, so absichern, dass Vertraulichkeit, Datenschutz und Datensouveränität gewahrt bleiben? Mit ihrer Forschung baut Adi Akavia Brücken zwischen den theoretischen Grundlagen der Kryptografie und dem praktischen Einsatz von KI. Anwendungen ihrer Forschung finden sich beispielsweise in der Medizin und der Bioinformatik.

Adi Akavia ist international bestens vernetzt: Nach ihrem Studium in Israel, in Jerusalem und Tel Aviv, promovierte sie am renommierten MIT in Boston bei Professorin Shafi Goldwasser, einer der Mütter der modernen Kryptografie. Es folgte ein Postdoc-Aufenthalt in Princeton bei Professor Avi Wigderson, ebenfalls Pionier der modernen Kryptografie und wie Shafi Goldwasser Träger des Turing-Awards. Nach weiteren Forschungsaufenthalten an der Rutgers University und am Weizmann Institut für Wissenschaften wurde sie 2018 Professorin an der Universität in Haifa und Leiterin des Forschungsbereichs Biometrie am Haifa Center for Cyber Law & Policy.

„Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit meinen neuen Kolleginnen und Kollegen“, so Adi Akavia. „ATHENE und die TU Darmstadt bieten ein einzigartiges Umfeld, um akademische Spitzenforschung mit echtem Impact in Industrie und Gesellschaft zu kombinieren. Es gibt wenige Orte weltweit, die es in der Hinsicht mit Darmstadt aufnehmen können.“

„Ich freue mich außerordentlich, dass wir mit Professorin Akavia eine international profilierte Kollegin für den Standort Darmstadt und die enge Verbindung zwischen der TU Darmstadt und ATHENE gewinnen konnten“, erläuterte TU-Präsidentin Professorin Tanja Brühl. „Mit ihrer innovativen und zukunftsweisenden Forschung wird Adi Akavia unser renommiertes Forschungsfeld Information & Intelligence nachhaltig stärken. Zugleich wird sie durch die fruchtbare Verbindung von Künstlicher Intelligenz mit Fragestellungen der Cybersicherheit wichtige Impulse für interdisziplinäre Kooperationsprojekte und praxisnahe Anwendungen setzen.“

„Mit Professorin Adi Akavia gewinnen wir eine herausragende Wissenschaftlerin, mit der ATHENE seine Führungsrolle in der deutschen Cybersicherheitsforschung weiter ausbaut und insbesondere seine Kompetenzen in der Schnittmenge von Cybersecurity und Artificial Intelligence verstärkt“, sagt Professor Michael Waidner, ATHENE-CEO und Leiter des Fraunhofer SIT. „Das wir eine so renommierte Wissenschaftlerin gewinnen konnten, unterstreicht die internationale Strahlkraft des Standorts und die hohe Attraktivität, die Hessen und Deutschland im Ausland in unserem Forschungsgebiet besitzen.“

ATHENE/mho

Über ATHENE

ATHENE ist Deutschlands nationales Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit. Gegründet 2019 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) ist ATHENE ein Forschungszentrum der Fraunhofer-Gesellschaft mit den Instituten SIT und IGD unter Mitwirkung der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Hochschule Darmstadt. Heute ist ATHENE Europas größtes und führendes Forschungszentrum für Cybersicherheit und betreibt missionsorientierte Spitzenforschung mit messbaren Auswirkungen auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
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Fragen an Professorin Adi Akavia zum Start an der TU Darmstadt

Übergabe der Ernennungsurkunde mit (v.li.n.re.) Prof. Dr. Michael Waidner, Prof. Dr. Adi Akavia und TU-Präsidentin Prof. Dr. Tanja
Übergabe der Ernennungsurkunde mit (v.li.n.re.) Prof. Dr. Michael Waidner, Prof. Dr. Adi Akavia und TU-Präsidentin Prof. Dr. Tanja

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende an Ihren Themen?

Meine Forschung liegt an der Schnittstelle von Kryptographie, Sicherheit und Lernen aus Daten. Sie beschäftigt sich mit grundlegenden und angewandten Herausforderungen bei der sicheren Nutzung moderner digitaler Systeme. Zum Beispiel ermöglicht datenschutzkonformes maschinelles Lernen leistungsfähige Analysen, ohne sensible Informationen preiszugeben. Damit wird eine drängende gesellschaftliche Herausforderung adressiert: Wie kann man Daten nutzen und gleichzeitig die Privatsphäre schützen? Die Untersuchung, wie kryptographische Werkzeuge wie vollständig homomorphe Verschlüsselung in der Praxis funktionieren oder wie KI-Systeme gegen Missbrauch widerstandsfähig gemacht werden können, bietet Studierenden die Möglichkeit, zu innovativen Lösungen beizutragen, die für Industrie und Gesellschaft von Bedeutung sind.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Datenschutzkonformes maschinelles Lernen und sichere Analytik haben Schnittmengen mit Data Science, Bioinformatik, dem Gesundheitswesen und anderen Bereichen, in denen der Schutz sensibler Informationen entscheidend ist. Kryptographische Grundlagen sind stark mathematisch geprägt, während praktische IT-Sicherheit und Cybersicherheit im Unternehmenskontext Schnittstellen mit Softwaretechnik und Systemforschung aufweisen. Es bestehen auch enge Verbindungen zu Recht und Ethik im Hinblick auf Datenschutz und Datensicherheit sowie zur KI-Sicherheit – einem Gebiet, das Sicherheit, maschinelles Lernen und menschzentrierte Absicherung vereint. Diese Schnittstellen machen das Forschungsfeld besonders interessant für fakultätsübergreifende Zusammenarbeit und studentisches Engagement.

Wenn ich heute Studentin wäre, würde ich …

… mich auf den Aufbau einer soliden Grundlage in Mathematik, Algorithmen, Kryptographie und maschinelles Lernen konzentrieren und diese Konzepte aktiv in der Praxis erproben. Ich würde gezielt Projekte und Praktika suchen, die Lücken zwischen theoretischem Wissen und realen Systemanforderungen aufzeigen. Gleichzeitig würde ich neugierig über meine eigene Disziplin hinausblicken und mich mit Datenschutzregulierung, ethischer KI und den gesellschaftlichen Auswirkungen sicherheitsrelevanter Technologien beschäftigen. In einer Welt, die zunehmend von Daten und KI geprägt ist, werden diejenigen Ingenieur:innen und Forschenden den größten Einfluss haben, die technisches Tiefenwissen mit einem Verständnis für die praktische Umsetzung und Regulierung von Technologien verbinden.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

…ganz in ein Forschungsproblem vertieft zu sein, in einem Zustand tiefer Konzentration, ist entscheidend, um schwierige Fragen anzugehen. Sich ein Ungleichgewicht zu erlauben, völlig einzutauchen, ist nichts Schlechtes. Dennoch entstehen einige der besten Ideen genau dann, wenn der Geist Raum bekommt – beim Spazierengehen oder in Momenten der Entspannung. Das Gleichgewicht zwischen intensiver Beschäftigung und mentaler Ruhe ist essenziell – nicht nur für das Wohlbefinden, sondern auch für Kreativität und langfristiges wissenschaftliches Denken.