Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz

Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz – kurz: LOEWE – ist der Titel des Forschungsförderungsprogramms, mit dem das Land Hessen seit 2008 wissenschaftspolitische Impulse setzt und damit die hessische Forschungslandschaft nachhaltig stärken will.

LOEWE-Zentrum „emergenCITY“: Die Resiliente Digitale Stadt

Das LOEWE-Zentrum „emergenCITY“ („Resiliente Digitale Stadt“) wird Lösungen erarbeiten, die in Krisenfällen einen Notbetrieb für und mit Informations- und Kommunikationstechnologien sicherstellen, schnelle Hilfe ermöglichen und eine effiziente Rückkehr zur Normalität unterstützen.
Teams von 23 Professorinnen und Professoren aus Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Maschinenbau, Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften, Architektur, Wirtschaftswissenschaften sowie Rechtswissenschaften werden gemeinsam im universitären Verbund forschen – die Federführung hat die TU Darmstadt, Partner sind die Universität Kassel und die Universität Marburg.
Koordinator:
Prof. Dr.-Ing. Matthias Hollick,
TU Darmstadt

Förderdauer: 2020 – 2023

Fördervolumen: 17,4 Millionen Euro

www.emergenCITY.de

LOEWE-Schwerpunkt „Software-Factory 4.0“

Im Rahmen des LOEWE-Schwerpunkts Software-Factory 4.0 werden innovative Konzepte, Methoden und Werkzeuge entstehen, die ein gezieltes und weitgehend automatisiertes Reengineering von Software unterstützen. Drei Ziele werden im Fokus der Forschung stehen: die Flexibilisierung spezialisierter Softwaresysteme im Anwendungsfeld Industrie 4.0, die Parallelisierung existierender Software im Anwendungsfeld HPC und die Vereinfachung des Reengineerings in beiden Anwendungsfeldern. Sprecher:
Prof. Dr.-Ing. Heiko Mantel,
TU Darmstadt

Förderdauer: 2018 – 2021

Fördervolumen: 4,8 Millionen Euro

www.software-factory-4-0.de

LOEWE-Schwerpunkt „WhiteBox“

Der LOEWE-Schwerpunkt Blackbox- und Whitebox-Modelle wird künstliche und menschliche Intelligenz entwickeln und systematisch vergleichen. Für den Vergleich werden neben neuartigen Blackbox- und Whitebox-Modellen und ihrer empirischen Gegenüberstellung auch neue Erklärungsmethoden entwickelt, die nicht eine gesamte Blackbox erklären, sondern gezielte Einblicke gewähren. Die betrachteten Blackbox-Modelle werden beispielsweise tiefe Netzwerke sein, die Whitebox-Modelle hingegen werden unter anderem regelbasierte, probabilistische und generative Modelle nutzen, mit expliziten und interpretierbaren Variablen. Die Anwendung auf intelligentes Verhalten beim Menschen erlaubt es, dieses computergestützt besser zu verstehen und gleichzeitig erklärbares, menschenähnliches Verhalten in Maschinen aufzubauen. Sprecher:
Prof. Dr. Kristian Kersting,
TU Darmstadt
Prof. Constantin A. Rothkopf,
TU Darmstadt

Förderdauer: 2021 – 2024

Fördervolumen: 4,7 Millionen Euro

www.tu-darmstadt.de/whitebox

Ehemalige LOEWE-Zentren und -Schwerpunkte

Das LOEWE-Forschungszentrum CASED legte mit seinem Start 2008 den Grundstein für die Entwicklung der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu einem der größten IT-Sicherheitsstandorte in Deutschland und Europa. Das Zentrum bündelte unter Leitung der TU Darmstadt die Kompetenzen von TU, Fraunhofer SIT und Hochschule Darmstadt in Forschung und Lehre. Die Erfolge des Zentrums konnten in verschiedenen Folgeprojekten weitergeführt werden. Aktuell wird die Darmstädter IT-Sicherheitsforschung im Nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit – ATHENE gebündelt. Die IT-Sicherheitsforschung der TU Darmstadt ist organisiert im Profilbereich Cybersecurity – CYSEC.

Wie kann Informations- und Kommunikationstechnologie im Krisenfall Menschen vernetzen und deren Kooperation ermöglichen?

Der LOEWE-Schwerpunkt NICER (Networked Infrastructureless Cooperation for Emergency Response) erforscht wie infrastrukturlose Informations- und Kommunikationstechnologie im Krisenfall Menschen vernetzen und damit eine Kooperation zur Bewältigung der Krise ermöglichen kann.

In der jüngeren Vergangenheit haben interdisziplinäre Kooperationen im geisteswissenschaftlichen Umfeld unter der Bezeichnung Digital Humanities erfolgreich die Digitalisierung und Verfügbarmachung verschiedenster forschungsrelevanter Inhalte begonnen und damit eine bis dato unzugängliche empirische Basis für den wissenschaftlich-methodologischen Fortschritt gelegt. Förderpolitisch werden diese Aktivitäten bislang nur partiell flankiert; vielfach ist nach wie vor eine Vereinzelung entsprechender Vorhaben zu beklagen.

Ziel des LOEWE-Schwerpunkts „Digital Humanities“ ist es, dezidiert die Grundlagenforschung in den beteiligten geisteswissenschaftlichen Disziplinen im Hinblick auf informations-technologische Verfahrensweisen miteinander zu vernetzen, den Einsatz digitaler Erschließungs-, Auszeichnungs- und Analyseinstrumente zu erproben und den damit zu erzielenden Erkenntnisgewinn kritisch zu hinterfragen, Verfahren zur wechselseitigen Abstimmung zu entwickeln und mit den so zu erzielenden Forschungsergebnissen in methodischer und inhaltlicher Hinsicht nationale und internationale Maßstäbe zu setzen.

Der Schwerpunkt will die umfangreichen einschlägigen Ressourcen an zwei hessischen Hochschulen (Universität Frankfurt, TU Darmstadt) sowie einer benachbarten außeruniversitären Einrichtung (Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe Museum) bündeln und eine gemeinsame informationstechnologische Infrastruktur schaffen. Aufbauend auf den Aktivitäten ausgewiesener und drittmittelstarker Wissenschaftler*innen soll er die Basis bilden für einen schlagkräftigen Verbund, der die Bemühungen um einen Ausbau der Digital Humanities an den Partnerinstitutionen konzentrieren und weit über Hessen hinaus sichtbar machen soll.

Die zentrale Aufgabenstellung des LOEWE-Schwerpunkts besteht (a) in der gemeinsamen Entwicklung, Erprobung und Implementierung von Analyse- und Annotationsverfahren sprachlicher und visueller Daten, die von unterschiedlichen geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächern unter unterschiedlichen Fragestellungen ausgewertet werden sollen, und (b) in der kritischen Reflexion der Grundlagen und der Auswirkungen, die die Anwendung dieser Verfahren auf die beteiligten Fachwissenschaften hat.

Beteiligung an ehemaligen LOEWE-Zentren und -Schwerpunkten

Ziel des Projekts ist die Überwindung von Grenzen, die Wertschöpfungssystemen durch Entwicklungen wie Globalisierung steigende Molatilität sowie Urbanisierung gesetzt sind. Integrierte Wertschöpfungsnetzwerke bestimmen zukünftig die Wettbewerbsfähigkeit von Industriestandorten, was eine übergreifende Optimierung der Teilsysteme Produktion, Logistik und Verkehr erfordert. Die nahtlose Betrachtung der Teildisziplinen ist daher notwendig, um die Entscheidungsbasis für ein integriertes Gesamtoptimum zu schaffen.

Mit dem Forschungsprojekt sollen für Wirtschaft und Politik Methoden und Instrumente bereitgestellt werden, die einen Entscheidungsprozess zur nahtlosen Gestaltung der Güter- und Informationsflüsse in Produktion, Logistik und Verkehr ermöglichen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Forschungsschwerpunktes.

Das LOEWE-Zentrum AdRIA befasst sich mit dem interdisziplinären Thema Adaptronik, d.h. der Erforschung und Entwicklung von autonomen Struktursystemen, die sich selbstständig an verändernde Randbedingungen anpassen. Ziel ist es hierbei, einen nachhaltigen, konsequenten Leichtbau technischer Strukturen zu ermöglichen.

Der Fachbereich Informatik arbeitet hier mit den Fachbereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik, Material- und Geowissenschaften, Mathematik und Chemie der TU Darmstadt, dem Fachbereich Maschinenbau und Kunststofftechnik der Hochschule Darmstadt und dem Fraunhofer LBF zusammen.

Der LOEWE-Schwerpunkt Cocoon forscht auf dem Gebiet der Kooperativen Sensorkommunikation mit dem Ziel, der Vision einer Smart City näher zu kommen. Hierbei sollen die mobilen Sensorknoten wie Mobiltelefonen, PDAs oder Navigationsgeräte durch eine intelligente Vernetzung eine Vielzahl neuartiger Anwendungen z.B. in den Bereichen Car-to-Car und Car-to-X Kommunikation, Umweltbeobachtung und Umweltschutz, Online Monitoring von medizinischen Risikogruppen, Logistik ermöglichen.

Der Fachbereich Informatik arbeitet hier mit den Fachbereichen Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Mathematik der TU Darmstadt zusammen.