Programm

 

Künstliche Intelligenz

Wissenschaftliches Symposium zu den Anfängen, der Gegenwart und der Zukunft der KI-Forschung anlässlich des 80. Geburtstages von Prof. Dr. Wolfgang Bibel

 
Foto: Stefan Elges
Foto: Stefan Elges

Wie können Computer anhand immer weniger Daten und mit geringer menschlicher Unterstützung lernen? Wie können intelligente Maschinen und Roboter mit uns interagieren und kooperieren? Das sind nur einige der faszinierenden Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz (KI).

Ende November 2018 diskutierten an der TU Darmstadt über 100 Wissenschaftler*innen über die Zukunft der Künstlichen Intelligenz (KI). Der Fachbereich Informatik nahm den 80. Geburtstag von KI-Pionier Prof. Dr. Wolfgang Bibel zum Anlass, zusammen mit Alumni seines früheren Fachgebietes und dem europäischen KI-Netzwerk CLAIRE zu einem Symposium nach Darmstadt einzuladen.

Ziel der Veranstaltung war es, die Geschichte und den aktuellen Stand der KI-Forschung zu beleuchten und damit auch das Lebenswerk eines Pioniers zu ehren, der im Jahr 1988 die KI-Forschung an der damaligen TH begründet hat.

Welche gesellschaftlichen Auswirkungen wird die technische Entwicklung und Verbreitung von KI in Deutschland haben? Wie können wir Spitzenforscher nach Deutschland holen und talentierten Nachwuchs an den Universitäten halten?

Diese und weitere Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz (KI) beleuchtete Moderator Alexander Armbruster, Online-Ressortleiter der FAZ in einer Podiumsdiskussion mit Jubilar Prof. Wolfgang Bibel, Prof. Dr. rer. nat. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster, Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), Prof. Dr. Holger Hoos von der Universiteit Leiden und Prof. Dr. Kristian Kersting von der TU Darmstadt.

Alle Teilnehmer der Diskussionsrunde sahen die geplanten Investitionen der Bundesregierung positiv, wiesen aber auf die im Vergleich zu anderen Nationen geringe Höhe hin. Bibel sieht durch die Automatisierung bestimmter Berufe eine Umstrukturierung des Arbeitsmarktes kommen, Deutschland habe aber eine gute soziale Infrastruktur und sei stark genug, um der KI gegenüber aufgeschlossen zu sein. Kersting betonte, dass für Spitzenkräfte nicht allein das Gehalt zählt. Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland sollten mit Wissenschaftsfreiheit, attraktiver Ausstattung der Forschungsgebiete sowie einer aufgeschlossenen Kultur und schlanker Bürokratie werben. Gute Forscher*innen wollten immer auch ein wenig die Welt verändern und mit den passenden Rahmenbedingungen könnten Universitäten auch mit Google, Facebook und Co. konkurrieren.

 

Laudatio

Prof. Dr. rer. nat. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster, Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes, leitet als technisch-wissenschaftlicher Direktor und Vorsitzender der Geschäftsführung das 1988 gegründete Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI GmbH) in Saarbrücken, Kaiserslautern, Bremen und Berlin:

Laudatio auf Wolfgang Bibel zu seinem 80. Geburtstag

Wolfgang Wahlster

Darmstadt, 23.11.2018

Lieber Wolfgang und liebe Monika, sehr verehrte Kollegen, liebe Festgemeinde,

Wolfgang Bibel ist zwar 15 Jahre älter als ich, dennoch kennen wir uns seit mehr als 40 Jahren. Wolfgang Bibel und ich haben einiges gemeinsam: zunächst ganz banal den Vornamen, ja sogar den Vornamen Nora für eine unserer Töchter, aber natürlich entscheidend für den heutigen Tag: ein Leben für die Wissenschaftsdisziplin der Künstlichen Intelligenz – oder wie es Wolfgang immer bevorzugte – für die Intellektik.

Es gibt aber auch gravierende Unterschiede: Wolfgang wurden auf seinem beruflichen Weg extreme Hindernisse in den Weg gelegt, am schlimmsten sicherlich das Scheitern des Habilitationsverfahrens in München, während meine Laufbahn dagegen sehr gradlinig verlief und sich aus Erzählperspektive im Vergleich zu meinem Kollegen und Freund Wolfgang regelrecht langweilig anhört…

Lesen Sie hier die vollständige Laudatio auf Prof. Dr. Wolfgang Bibel.

 

Programm

 

KI-Pionier Prof. Dr. Wolfgang Bibel

Pionier der Künstllichen Intelligenz Prof. Dr. em. Wolfgang Bibel Bild: Nora Bibel – © Nora Bibel
Pionier der Künstllichen Intelligenz Prof. Dr. em. Wolfgang Bibel Bild: Nora Bibel

L. Wolfgang Bibel wurde am 28.10.1938 in Nürnberg als Sohn von Hans und Maria Bibel geboren.

Er begann 1958 ein Physikstudium an der Universität Erlangen, wo er 1961 sein Vordiplom absolvierte. Sein Hauptstudium absolvierte er bis 1962 an der Universität Heidelberg und bis 1964 an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er den Diplomabschluss für Mathematik erreichte.

Danach war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Physik und Astrophysik in München, an der Universität zu Köln und der Ludwig-Maximilians-Universität München, an der er 1968 unter der Betreuung von Professor Kurt Schütte in der Mathematischen Logik promovierte.

In der Zeit von 1969 bis 1987 war er wissenschaftlicher Assistent/Oberassistent im Institut für Informatik bei der Technischen Universität München. In diesem Zeitraum hatte er Gastprofessuren an der Wayne State University, Detroit, USA (1970–1971), der Universität des Saarlandes (1975), der Hochschule der Bundeswehr in München (1975–1976), der Universität Karlsruhe (1978–1979), der Universität Rom (1983), der Duke University, Durham NC, USA (1985) und der Technischen Hochschule Darmstadt (1985–1986).

Im Zeitraum von 1987 bis 1988 war er Professor an der University of British Columbia in Vancouver, Kanada. 1988–2004 war er C4-Professor für Informatik an der Technischen Universität Darmstadt und zugleich seit 1989 Adjunct Professor an der University of British Columbia. Seit 2004 ist er im Ruhestand.

Er veröffentlichte über 300 wissenschaftliche Publikationen, darunter 20 Bücher, zu den Gebieten Künstliche Intelligenz und Kognitionswissenschaften (Intellektik).

Bibel ist verheiratet und hat drei Kinder.

Quellen: Wikipedia, Intellektik

 

Bildergalerie des Symposiums zur Künstlichen Intelligenz

Fotos: Stefan Elges