Der Mensch versteht die Künstliche Intelligenz

TU Darmstadt erhält neuen LOEWE-Schwerpunkt mit KI-Fokus

07.12.2020 von

Erfolg für die TU Darmstadt im Rahmen der 13. Förderstaffel der Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE): Ab Januar 2021 wird der neue LOEWE-Schwerpunkt „WhiteBox – Erklärbare Modelle für menschliche und künstliche Intelligenz“ für vier Jahre mit rund 4,7 Millionen Euro gefördert.

Bild: Gerd Altmann | Pixabay

Die TU-Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Professorin Dr. Barbara Albert, äußerte sich erfreut über die weitere Stärkung des Forschungsprofils: „Im Schwerpunkt „WhiteBox“ wird daran geforscht, in die Blackbox des Maschinellen Lernens zu schauen. Damit das möglich ist, hat die TU die beiden hochaktuellen und wichtigen Forschungsgebiete „Künstliche Intelligenz“ und „Kognitionswissenschaften“ verantwortungsbewusst, strategisch und nachhaltig entwickelt.“

Wie lassen sich künstliche und menschliche Intelligenz besser erklären? Das ist der Fokus des Schwerpunkts „WhiteBox“. Künstliche Intelligenz durchdringt als eine entscheidende Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts immer mehr Bereiche im Alltag: Ob selbstfahrende Autos, medizinische Diagnosesysteme, intelligente Fertigungsroboter oder Sprachassistenten – sie alle versprechen eine fortschreitende Automatisierung von Aufgaben, die bisher nur Menschen dank ihrer Intelligenz bewältigen konnten.

Künstliche übertrifft die menschliche Intelligenz

Inzwischen übertrifft teilweise die Künstliche die menschliche Intelligenz, etwa beim Schach- oder Pokerspielen. Der aktuelle Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz basiert zum großen Teil auf sogenannten tiefen neuronalen Netzen. Diese sind dem menschlichen Gehirn nachempfunden, können selbstständig Zusammenhänge aus großen Datenmengen lernen und dann Vorhersagen und Entscheidungen treffen, die selbst für die Forschenden, die sie entwickelt haben, oft nicht nachvollziehbar sind.

Für viele Anwendungen Künstlicher Intelligenz in Wirtschaft und Gesellschaft sind aber nachvollziehbare und zuverlässige Vorhersagen und Entscheidungen unverzichtbar. Deshalb entwickeln die Teams von „WhiteBox“ Methoden an der Schnittstelle zwischen Cognitive Science und KI, die Künstliche Intelligenz für den Menschen verständlich macht.

Der Schwerpunkt „WhiteBox“ wird koordiniert von Constantin Rothkopf, Professor für Psychologie der Informationsverarbeitung und Direktor des Centre for Cognitive Science der TU Darmstadt, und Kristian Kersting, Professor für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen an der TU und Co-Sprecher des Hessischen Zentrums für Künstliche Intelligenz mit Sitz an der TU Darmstadt.

Prof. Constantin Rothkopf (li.) und Prof. Kristian Kersting (re.) koordinieren den Schwerpunkt.